Written by sara on 27. Juli 2010 – 15:00
Das Bewerbungsgespräch kann der Schlüssel zum Erfolg sein, aber in dieser Stresssituation müssen Sie mit Fragen vom Personaler rechnen, die Sie schnell aus dem Konzept bringen können. Besonders schlimm daran: Das ist auch noch so gewollt, denn mit Fragen über Ihre Persönlichkeit oder Karriere, die nicht leicht zu beantworten sind, versucht Ihr Gegenüber Ihr Selbstmarketing und die Belastungsfähigkeit zu testen.

© Rainer Sturm / PIXELIO
Ein Kennzeichen von Fragen dieser Art ist, dass die Beantwortung in eine Richtung geht, bei der sich der Bewerber nicht sicher sein kann, ob diese mit der Einstellung des anderen übereinstimmt. Der innere Konflikt entsteht dann dadurch, dass man nicht zu selbstbewusst, aber auch nicht zu schüchtern und unmotiviert klingen möchte. Es ist schwierig einen spontanen Mittelweg dabei zu finden und ebenso ist es schwierig mit der vorher unbekannten und wenig abschätzbaren Reaktion des Personalers umzugehen. Besonders unangenehm sind Fragen, die auf fehlerhaftes Verhalten in der bisherigen Berufslaufbahn abzielen können. “Warum haben Sie immer noch keine Stelle gefunden?” ist eine Frage, die auf Lücken im Lebenslauf verweist, aber deren ehrliche Beantwortung möglicherweise in Richtung von sozialer Unerwünschtheit geht. Vielleicht muss man dabei eingestehen, dass andere Bewerbungen fehlgeschlagen sind, vielleicht muss man zugeben, dass man sich nicht eher darum gekümmert hat. Beides hört sich nicht unbedingt gut im Ohr eines Arbeitgebers an und das ist jedem bewusst. Die einzige Ausweichmöglichkeit ist, dass das Negative der Frage geschickt umgangen wird, indem man darauf verweist, dass man sich gezielt bewerben wollte und bereits andere Erfahrungen (Praktika etc.) in dieser Zeit machen konnte.
Auch verunsichert die Frage: “Was wollen Sie beruflich und privat erreichen?”. Hier entsteht der Zwiespalt dadurch, dass man weiß, dass das Privatleben eigentlich nichts mit dem Berufsleben zu tun haben darf. Man sollte sich bewusst werden, dass die Intention des Personalers darin besteht, zu überprüfen, ob mögliche private Unruhen den Arbeitsalltag beeinflussen könnten. Mit der Antwort “Privat würde ich mir wünschen, dass alles so bleibt wie es momentan ist” verraten Sie nicht zu viel, aber verdeutlichen eine gewisse Zufriedenheit und Sicherheit. Der Teil der Frage, der auf den beruflichen Aspekt abzielt, kann mit einer realistischen Selbsteinschätzung umgangen werden. Dabei kann auf Beispiele verwiesen werden, die den bisherigen Werdegang beeinflusst haben und die Sie besonders interessiert und begeistert haben.
Welche Frage auch kommen mag, Sie sollten auf viele vorbereitet sein. Gehen Sie für sich selbst die Stereotypen an bekannten schwierigen Fragen durch, sodass abgewandelte Formen von diesen schnell und souverän beantwortet werden können. Fiese Fragen in einem Bewerbungsgespräch und Ihre individuelle Antwort auf diese machen Sie selbstsicher und selbstreferentiell, da Sie sich dabei über ihre Stärken, Schwächen und Talente immer bewusst sein müssen.